Pasterze, © Nationalpark Hohe Tauern
Pasterze, © Nationalpark Hohe Tauern
Dieses Portal wird gesponsert von:

Vor 100 Jahren verkauften die Schwestern Aicher v. Aichenegg dem Alpenverein die gesamte Pasterze, den schönsten und längsten Gletscher der Ostalpen, und ihre Randerhebungen mit dem höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner. Den Kaufpreis dafür stiftete der Holzindustrielle Albert Wirth, der damit den Grundstein für die Errichtung eines Naturschutzparks legte. Seinem Weitblick ist es zu verdanken, dass dieses eindrucksvolle Gebiet samt Großglockner und Pasterze erhalten und vor weiteren Erschließungsplänen verschont werden konnte. Wirth und der Alpenverein sind seither mit der Entstehungsgeschichte des Nationalparks Hohe Tauern untrennbar verbunden. Zu seinen Ehren laden Alpenverein und Nationalpark am 5. November zu Symposium und Festveranstaltung nach Villach.

„Wir feiern heuer das 100-jährige Jubiläum eines unserer mächtigsten Naturjuwele! Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die sich in der Vergangenheit für den Nationalpark Hohe Tauern eingesetzt haben und nun an der partnerschaftlichen Weiterentwicklung mitwirken!“, so Nationalparkreferentin Sara Schaar.

Verantwortung als größter privater Grundeigentümer im Glocknergebiet

„Als Bergsteigerverein existierte der Alpenverein seit ungefähr 50 Jahren, als er 1918 erstmals Verantwortung für ein Gebiet übertragen bekam, das später Teil des größten Nationalparks in den Alpen werden sollte. Mit dem Grunderwerb verpflichtete er sich seinem Gönner Wirth gegenüber, das Glocknergebiet als Naturschutzpark der Zukunft zu erhalten. Wir sind sehr stolz darauf, als größter Grundeigentümer im Nationalpark Hohe Tauern und Naturschutzorganisation dieses Versprechen bis heute einzuhalten und mitgestalten zu dürfen“, erklärt der Präsident des Alpenvereins, Dr. Andreas Ermacora.

Unterschutzstellung einer einzigartigen Hochgebirgslandschaft

Vor genau 100 Jahren hatte der Holzindustrielle Wirth, der einfaches Mitglied der Alpenvereins-Sektion Villach war, den Verkauf des insgesamt 4.072 ha großen Areals im Bereich des Großglockners an den damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenverein vermittelt. Wirth hatte den Wert der einzigartigen Hochgebirgslandschaft erkannt und wollte sie für künftige Generationen bewahren. Im Österreichischen Alpenverein sah er dabei einen wichtigen Verbündeten.

Dass die Angst vor der Zerstörung des Ökosystems nicht von ungefähr kam, zeigen Pläne, die Anfang des 20. Jahrhunderts gewälzt wurden. Da war von Hotels, Seilbahnen, Straßen und Parkplätzen die Rede. Um diese Idee zu verhindern, richtete die Fachstelle für Naturschutz des Landes Kärntens 1932 die dringende Empfehlung an den Alpenverein, der Unterschutzstellung dieser Flächen zuzustimmen. Seit 1935 ist das gesamte Areal des Alpenvereins ein Naturschutzgebiet. Damit war auch der erste Schritt auf dem Weg zum Nationalpark Hohe Tauern getan.

Symposium und Festveranstaltung am 5. November 2018

Zur Feier des Jubiläums laden der Österreichische Alpenverein und der Nationalpark Hohe Tauern am Montag, den 5. November 2018 zum Symposium und zur Festveranstaltung „100 Jahre Schenkung Albert Wirth“ in Villach ein.

Das Symposium beginnt um 14.00 Uhr. Am Programm stehen Vorträge von Dr. Wilhelm Wadl (Direktor Landesarchiv Kärnten), Dr. Gerold Glantschnig (ehemaliger Leiter des Verfassungsdienstes des Amtes der Kärntner Landesregierung), DI Dr. Heinz Jungmeier (ehemaliger ÖAV-Landesverbandsvorsitzender Kärnten), Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Lieb (Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz und Leiter des Gletschermessdiensts im Alpenverein) und Ernst Rieger (1. Vorsitzender Alpenverein Großkirchheim).

Die Festveranstaltung startet um 18.30 Uhr mit einem Empfang des Landes Kärnten und anschließendem Festakt mit dem Kärntner Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser.

Dr. Johann Schreiner, Direktor der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz und Professor a. D., wird den Festvortrag mit dem Titel „Naturschutz – integraler Bestandteil einer zukunftsorientierten, nachhaltigen Entwicklung“ halten.

Durch das Programm führt der bekannte Meteorologe und Autor Andreas Jäger, welcher auch die Interviews zur Bedeutung von Albert Wirth mit Alpenvereinspräsident Dr. Andreas Ermacora und Nationalparkreferentin LR Mag. Sara Schaar führen wird.

Die offizielle Einladung Programms befindet sich im Anhang: Hier klicken!

Um Anmeldung unter raumplanung.naturschutz@alpenverein.at wird gebeten.