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Mineralische Besonderheiten zu sehen im Besucherzentrum Mallnitz bis 14. Oktober 2018

Unter dem Motto „Steine & Musik“ lud der Nationalpark Hohe Tauern Kärnten am Samstag, den 7. Juli 2018 zu einer Feier in Erinnerung an zwei Pioniere unter den alpinen Mineraliensammlern des letzten Jahrhunderts ins Besucherzentrum Mallnitz.

Im Mittelpunkt standen Dr. Ernst Pflegerl, ehemaliger Gemeindearzt von Mallnitz, und Dipl. Ing. Karl Kontrus, der sich von 1925 bis in die späten 1960er Jahre als erster um die systematische Erforschung der Mineralogie in der Ankogel-Gruppe bemühte.

Trotz schwerer Konkurrenz der Fußball-WM Viertelfinalspiele fanden sich zahlreiche Mineraliensammler, insbesondere auch von der Fachgruppe Mineralogie und Geologie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, interessierte Laien und Familienmitglieder der beiden gefeierten Persönlichkeiten ein und wurden von Nationalparkdirektor von Kärnten, Mag. Peter Rupitsch, und dem Bürgermeister von Mallnitz, Günther Novak, begrüßt.

Mitglieder der Familie Pflegerl, landesweit bekannt durch deren musikalisches Engagement, bereicherten die Veranstaltung durch auserlesene Stücke für Cello, meisterhaft gespielt von Wilhelm Pflegerl vom Kärntner Symphonieorchester, und einen Vortrag von Dr. Christa Molderings-Pflegerl, Tochter des gefeierten Mineraliensammlers Ernst Pflegerl. Darin schilderte sie aus einem sehr persönlichen Blickwinkel, wie sich die besondere Beziehung ihres Vaters zu Mineralien, aber auch seine Liebe zu Pflanzen und seine Begeisterung für die Astronomie entwickelte, und wie er, durch einen Schicksalsschlag nach Mallnitz verschlagen, hier seine vielfältigen Interessen verwirklichen konnte.

Univ. Prof. Hartwig Frimmel, Inhaber des Lehrstuhls für Geodynamik und Geomaterialforschung an der Universität Würzburg, schilderte den Werdegang seines Großvaters, Dipl. Ing. Karl Kontrus, und seine Bedeutung für die Erforschung der Mineralogie der Ostalpen. Karl Kontrus, einst als Doyen der österreichischen Mineraliensammler beschrieben, schaffte es, in der Zwischen- und Nachkriegszeit des letzten Jahrhunderts das Wissen zur Mineralogie der Ostalpen kräftig voranzutreiben. Im Vortrag wurden neben der Person des Wahlkärntners, studierten Elektrotechnikers und ehemaligen Leiters der Entwicklungsabteilung von Ingelen die Höhepunkte seiner Sammlertätigkeit vorgestellt. Insbesondere seine pionierartigen Beiträge zur Erforschung seltener Wolfram- und Berylliumminerale, unter anderem auch im Raum Mallnitz, führten nicht nur zu seiner Ehrenmitgliedschaft in der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft, sondern werden auch heute noch von den Experten in der Wissenschaft geschätzt und zitiert.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart führte der abschließende Vortrag von Univ. Prof. Franz Walter von der Universität Graz, der jüngst erzielte neue Forschungsergebnisse zum Alter der alpinen Kluftmineralien und einer Reihe von Neuentdeckungen, inklusive der Entdeckung eines neuen, nach dem Fleisstal benannten Minerals, präsentierte. Darin wurde deutlich, wie gedeihlich die Zusammenarbeit zwischen geschulten Mineraliensammlern, Wissenschaftlern und der Nationalpark-Verwaltung sein kann.